Sonntag, 5. Juli 10 Uhr: Der Parkplatz füllt sich, Taschen und Koffer werden aus den elterlichen Autos ausgeladen – die Szenerie schwankt irgendwo zwischen Pilgerwanderung und vierwöchiger Kreuzfahrt. Bloß gut, dass Reise-Wünsche (ein bisschen Werbung muss sein – sie haben sich in den letzten Jahren als sehr zuverlässiger Partner erwiesen) immer einen Gepäckanhänger am Bus hat. Zur Abfahrt gibt es freudige oder bange Blicke aus dem Bus und Eltern, die zwischen Sorge und Freude über ein paar kinderfreie Tage schwanken.
Knapp zwei Stunden später landeten wir auf dem Rabenberg. Unterwegs wurden bereits die Zimmer verteilt, und mit Beifall für die Künste unseres Busfahrers wurde nicht gespart. Dann hieß es: ausladen, Mittag essen und fertig machen für die erste Trainingseinheit. 46 Hockey-Kinder und -Jugendliche auf dem Platz – das ist mein persönlicher Rekord. Aufgeteilt in kleinere Gruppen war das dann aber alles kein Problem mehr. Chefcoach Aaron hatte sich Trainingsschwerpunkte für die Woche überlegt, und die galt es gleich umzusetzen. Ob 3D, Aggi, Ballan- und -mitnahme oder sauberes Schrubben und Schlagen – alle haben hoffentlich etwas dazugelernt.
Auch nach dem ersten Training gab es volles Programm: Zimmer beziehen, Abendessen, Schwimmen, Abendspiel, Nachtruhe – und schon war der erste Tag vorbei.
Am Montag ging es dann richtig los. Eingeteilt in vier Gruppen und betreut von Friedel, Aaron (die Zehlendorfer Wespen waren in diesem Jahr vertreten), Liesbeth, Keon, Linus, Oli und ab Dienstag auch Norman ging es jeweils in eine Trainingseinheit am Vormittag und eine am Nachmittag. Zwei Teams auf dem Platz und zwei Teams beim Fitness, Schiri-Lehrgang sowie bei Spiel und Spaß (Fußball, Basketball, Zweifelderball, Tischtennis, Wikinger-Schach, Boule und Yoga) sorgten für eine gute Abwechslung. Der Abend wurde mit Schwimmen, Hockey auf dem Großfeld – hier mit großem Enthusiasmus im Coaching-Duell Aaron gegen Keon (Endstand 1:1) – und Werwolf gefüllt. Danach wurde es auf den Zimmern meist schnell still …
Am Donnerstagmittag bzw. -nachmittag startete dann unser alljährlicher Höhepunkt: der Rabenberg-Cup. Zehn Teams wurden zusammengestellt und mit fantasievollen Namen ausgestattet. Es war nicht einfach – eigentlich sogar unmöglich –, gleich starke Mannschaften zu bilden. Natürlich wettete der Betreuerstab wieder auf die ersten drei Plätze und lag dabei, das kann schon einmal vorweggenommen werden, wie immer weitestgehend daneben.
Am Abend startete außerdem unsere wiederbelebte Talenteshow. Leider war die Anzahl der Darbietungen mit Tanz und Akrobatik noch ausbaubar, aber es war zumindest ein Anfang. Ganz im Sinne einer zeitgemäßen Pädagogik prämierte die Jury gleich zwei erste Plätze.
Am Freitagmorgen hieß es dann: Sachen packen. Anschließend wurde die Endrunde des Cups ausgespielt. In den Viertelfinals kam es sogar zum Eklat – Schiedsrichterfehler und Neuaustragung eines Spiels durch die FIHA. In den Halbfinals setzten sich schließlich das Team Regenbogen und die Kegelrobben durch. Im Spiel um Platz 3 gewann das Team Madagaskar gegen das Young-Star-Team „Hafer & Flocken“.
Im Finale kam es dann zum Duell der beiden U16-Cracks: Joshi im Regenbogen-Trikot des Titelverteidigers gegen Emilian mit seinen Kegelrobben. Nach einem dramatischen Spiel mit mehrfach wechselnder Führung setzten sich die Robben unter dem Jubel der Zuschauer durch.
Bei der Siegerehrung wurden außerdem besondere Auszeichnungen vergeben: MVP – Emilian, Most Leading Player – Joshi, bester Offensivspieler – Arthur, beste Defensivspielerin – Emma, Young Star – Janko. Den IQ-Preis gewann Simon, der die Herleitung der meisten Teamnamen erraten konnte. Als neue Ehrung wurde erstmals der Klara-Stricker-Fairness-Preis vergeben, den hochverdient Elise gewann. Wer unserem Insta-Kanal #esv_dresden_rabenberg folgte, konnte sich an der emotionalen Grußbotschaft der Namensgeberin erfreuen. Außerdem gab es dort immer wieder kleine Filmchen und Schnappschüsse vom Treiben auf dem R’Berg. Dann folgten das letzte, wieder einmal überreichliche Mittagessen und das Warten auf den Bus. Wir nahmen Abschied vom Rabenberg und freuen uns schon auf das kommende Jahr.

Natürlich darf an dieser Stelle der Dank an den Förderverein Kinder- und Jugendhockey sowie an die Nachwuchsförderung des ESV nicht fehlen, die beide finanziell zum Gelingen dieser Woche beigetragen haben.
Zum Abschluss noch das Fazit des Chefcoachs: „Wir haben auf dem Rabenberg noch nie so qualitativ hochwertiges Hockey gespielt.“ Wenn das nicht ein dickes Lob für die ESV-Trainerschaft ist.
Schöne Ferien an alle Kinder und Eltern!
Oliver
« Erfolgreicher Saisonauftakt in Potsdam – Hockeycamp 2026 – heiß, intensiv und sensationell! »
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