Aus einer Veranstaltung wie unserem Lok-Cup geht ein Erinnerungsschatz hervor, der einen 12 Monate lang bis zum nächsten Sommerturnier am Ufer der Träume bei Laune hält. So einiges behält man sicher für sich – die einen ein romantisches Vis-à-Vis im entfernten Gebüsch, die anderen eine Notleerung in die Rabatten. Die meisten Bilder werden mit der Zeit verblassen, doch die Gefühle bleiben. Nach der Siegerehrung hatten wir gefühlt rekordmäßig viele Helfer für den Abbau, trotzdem kriegten viele Teilnehmer die letzten Züge unseres alljährlichen Hockeyhighlights nicht mit. Die meisten Gäste waren bereits auf dem Weg nach Hause, in diesem Jahr musste auch manch ein Dresdner zurück zum Schreibtisch, um sich auf anstehende Prüfungen vorzubereiten. In der Zeit wurde der letzte Müll in penibler Handarbeit vom Zeltplatz entfernt, ein treuer Thüringer putzte den Grill (danke, Robbi!), die Loktropa-Bar wurde abgebaut, zusammengebaut und in die Garagen gepackt. Und das restliche Essen wurde aufgeteilt.
Die diesjährige Beute im Hause Becker/Welchman beinhaltete zum Beispiel 6 kg Tomaten, 15 Limetten, 8 Zitronen und 4 Orangen. Wofür hatten wir überhaupt Orangen da? Egal, das Zeug musste weg. Aber wie? Nach Durchforstung der verfügbaren Kochbücher und webbasierten Quellen wurden Rezepte für hausgemachte Tomatensoße und Limetten-Zitronen-Sirup gefunden, dann ging es mit dem Lok-Cup-Recycling los.
Es wurden Tomaten in Hälften geschnitten und mit der geschnittenen Seite auf ein Backblech gelegt, mit Knoblauch, Thymian, Salz, Pfeffer und Olivenöl beträufelt und bei 180°C in den Ofen geschoben. Nach einer Stunde wurden die weichgewordenen Tomaten durch einen Sieb gepresst, das dickflüssige Arbeitsergebnis in eine Tupperdose gegossen und gewartet. Am nächsten Tag gab es damit melanzane alla parmigiana – und die Soße war gelungen! Auch der Sirup war mit gekühltem Wasser ein erfrischender Genuss für einen heißen Sommertag. Und beides war immer noch in rauen Mengen da… Es musste wieder eine Lösung her, also bedankten wir uns bei einer Nachbarin, deren Waschmaschine wir seit 6 Wochen benutzen, mit einem Glas Tomatensoße und einer Flasche Sirup. Eine absolut lokcupwürdige Variante!
Denn vom Ausklappen der ersten Biertischgarnituren bis zum Wegfahren der letzten Müllbeutel lebt unser Turnier nicht nur von Handgemachtem, sondern auch von ehrenamtlichem Einsatz, der teils versteckt bleibt aber unglaublich wichtig ist. Insofern ein großes Dankeschön an alle Unterstützer – von Jojo als Hauptorganisator bis hin zu jedem, der im Laufe des Wochenendes auf- und abbaute, aufgeräumte, einen Bardienst übernahm, drei Radler zum Kampfgericht brachte, mit der Polizei redete, bei der Essensausgabe mithalf oder uns besuchte (z.B. unser Vereinsvorsitzender Joachim Lux).
Der Gastgeber bedankt sich ebenfalls bei seinen Gästen, die bei der samstäglichen Motto-Party („Jahrzehnte“) für eine bunte Tanzkulisse und insgesamt wie immer für viel Spaß sorgten. Besondere Erwähnung verdient der Roboter aus den 2080ern (David Ruß aus Chemnitz). Wir wünschen auch unserem Vereinshelden Charly eine gute und schnelle Besserung – zum ersten Mal in der Lok-Cup-Geschichte wollten ihn sein Beine nicht zum Platz tragen.
Zum Sportlichen: Am Sieg beim Störtebeker-Pokal in Stralsund konnte die jüngste Dresdner Herrenmannschaft, Harter Strahl, nicht anknüpfen und verlor im Finale gegen den ewigen Zweiten, „Dickes B“ von der KHU. Ob die Niederlage am Maskottchen-Wechsel vom „Harten Rammler“ (Hasenkostüm) zum „Harten Flamongo“ (Flamingo-Kostüm) lag, blieb unklar. Johannes Schwarz erlitt einen Knochenbruch am linken Ellenbogen im Finalspiel… Großes Aua. Nach kurzem Flicken im Krankenhaus, erschien er wieder am Platz und konnte sogar ein großes Lächeln aufbringen. Ob dies an der Zufuhr von starken Schmerzmitteln lag, blieb unklar. Weitere Vertreter von Dresden und Umgebung im Teilnehmerfeld waren Zuflucht Dresden, Torpedo Neustadt (mit Schröders Sturm) und die Brockstreet Boys.
Das Finalspiel der Damen trugen der 1. HC Becher (Dresden) und die Berliner Gören aus. Nach einem Unentschieden meldeten sie einen gemeinsamen Sieg beim Kampfgericht an, doch dieses kennt keine halben Sachen und erklärte die Gäste aus der Hauptstadt zum Sieger. Die andere Dresdner Truppe im Damenbereich war Flying Boxers, die Mannschaft mit Oberklasse und Unterhose.
Weitere Einzelheiten zum Wochenende:
Die Glas-Lok hing dieses Jahr nicht im Baum versteckt, sondern an prominenter Stelle (direkt über dem DJ-Tisch). Die DJs erfreuten sich wieder einer tollen Resonanz und brachten die Tanzfläche auch in den frühen, hellen Morgenstunden zum Kochen. Bei Interesse können Marcel (Freitag) und Jochen gerne vermittelt werden. Für Sebastian aus Stralsund/Rostock (ebenfalls Freitag) ist Dresden wahrscheinlich zu weit für Gelegenheitsauftritte, wir würden uns aber freuen, wenn er seine Zusammenarbeit mit Marcel im nächsten Jahr weiterführt!
Das naturtrübe Radler von Feldschlösschen verkaufte sich wohl sehr gut. So sahen die Gesichter nach dem Aufstehen in vielen Fällen überraschend frisch aus. Es war eine sehr gute Entscheidung, einen gekühlten Bierwagen über unsere Wirtin Ulli zu bestellen.
Die Gulaschkanone genoss am Samstagabend wieder große Beliebtheit. Die Musikwahl der jüngeren Dresdner für das Kampfgericht wurde dagegen teils stark kritisiert!
Dave und Pete wollten dieses Jahr wieder richtig Krach machen und holten entsprechend den erzgebirgischen Schlagzeuger Torsten Lorenz zum zweiten Mal ins Traumschiff Rods of Love. Die drei Tapferen kämpften sich durch 10 Jahrzehnte Musikgeschichte – von „Bei mir bist du schön“ (1920er) bis hin zum im letzten Jahr eigens komponierten „Je t’aime Lok-Cup“. Pete sang auch ein Dankesständchen für den treuen und tatkräftigen Mitstreiter Dave, der sich schottisch-schroff darüber freute. Die zwei Briten gaben bekannt, dass sie sich nun von der Lok-Bühne verabschieden.
Fazit: Auf ein tolles Turnier in 2016 folgt ein tolles Turnier in 2017!
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So schrieb der Dreitagebesucher und Helfer Micha Aurich: „Es war wieder sehr schön!“ Danke, danke, danke an alle, die fürs Gelingen sorgten! Pete und Dave werden nicht mehr spielen? Unfassbar! Hoffentlich bleibt wenigstens Petes Berichterstattung!
Kommentar: Charly – 06. August 2016 @ 15:03